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letzter Beitrag 10 Nov 2014 05:18 von  Martin Taxis
Operation England
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10 Nov 2014 05:18

    „Operation England“ oder die erste Tour mit unserem Morgan

      Samstag, 28.06.2014, 3.45 Uhr: Guten Morgan, es ist Zeit aufzustehen. Wir haben an diesem Tag noch viel vor, also lasst es uns angehen. Ich wecke Martin und trotz der frühen Stunde wappnen wir uns mit einem Frühstück für einen langen Tag. Kurz vor 5 Uhr machen wir uns fertig und nehmen das wenige Nötige mit. Vor dem Haus fährt im selben Moment das Flughafen-Taxi vor, die „Operation England“ kann beginnen… Eine Stunde später sind wir auf dem Flughafen in Stuttgart. Es ist schon ganz schön viel los und wir verbringen die verbleibende Zeit mit Zeitschriften stöbern. Kurz vor halb sieben stehen wir vor dem Germanwings-Schalter und warten auf jemand, den wir nur von Telefon und Emails kennen. Kurz darauf kommt er schon lachend auf uns zu: Wolfgang Hauck, der uns das Ganze vermittelt hat und uns an den nicht zu übersehenden KFZ-Kennzeichen im Rucksack sofort erkannte. Ein fröhliches Hallo und gespannt sein auf den Tag prägen die Stimmung. Mit etwas Verspätung startet unser Flug um 7.30h und ca. 1,5 Stunden später sind wir schon in London Heathrow. Martin und ich stehen in der Schlange bei der Zollkontrolle, während Wolfgang mit seinem elektronischen Reisepass in Windeseile durchkommt. Anschließend wartet er völlig entspannt auf uns. Dank seiner Business-Kundenkarte sitzen wir dann recht schnell im Mietwagen und lassen uns von Wolfgang chauffieren, denn auf den Linksverkehr müssen wir uns erst mal noch einstellen. Wir fahren also los gen Westen, in Richtung Bristol. Unterwegs typisch englisches Wetter, mal scheint die Sonne, mal regnet es. Die Fahrt ist recht kurzweilig und kurz nach elf Uhr Ortszeit kommen wir in einer sehr ländlichen Gegend und in strömendem Regen bei Williams Automobiles im Hinterland von Bristol an. Mit dem Schirm werden wir vom Auto abgeholt und direkt in den Verkaufsraum geführt. Und natürlich steht ganz vorne unser neuer Morgan 4/4. Schwarz mit braunem Leder – in Original noch viel schöner als im Internet auf den Bildern! Wir werden von allen herzlich empfangen und den englischen Tee in einer Morgan-Tasse nehmen wir gerne an. Es ist schon ein paar Stunden her seit dem Frühstück. Wir lassen uns alles an unserem Auto erklären und schauen natürlich auch die anderen Autos an. Das Gelände und die Gebäude, in dem sich Williams Automobiles niedergelassen hat, hat einfach unheimlich viel Flair. Viele Fragen, freundliche und herzliche Auskünfte lassen 2 Stunden wie im Flug vergehen. Dann fahren Martin und ich bei Sonnenschein und blauem Himmel als stolze Besitzer eines Morgans vom Hof, natürlich offen. Als langjährige Cabrio-Fahrer gibt es (fast) nichts Schöneres. Wir sind froh, dass wir Wolfgang im Mietwagen bis zur Autobahn folgen können; links zu fahren ist schon gewöhnungsbedürftig. Einen Tankstopp legen wir auch noch gleich ein. Auf der Autobahn angekommen, verabschieden wir uns mit einem Hupen. Wolfgang hat noch weitere Termine an diesem Tag und ist schneller unterwegs als wir. Dran denken: LINKS fahren, RECHTS überholen (ich denke an Asterix: „die spinnen, die Briten“…) Nach einer halben Stunde regnet es wieder so heftig, dass wir widerwillig rausfahren, um das Dach zuzumachen. Klappt schon ganz gut, wir sind mal wieder ein gutes Team. Tatsächlich schaffen wir es auch wieder, richtig abzubiegen (dran denken: LINKS…) und wir sind wieder auf der Autobahn Richtung London. An London fahren wir im Stau vorbei und wundern uns, wie viele andere Fahrer unseren Morgan bestaunen, und das, obwohl es ein englisches Auto ist. Für 15.20h hatten wir den Channeltunnel gebucht, den wir durch den Stau eine Stunde später erreichen. Kein Problem, innerhalb von 2 Stunden davor und danach kann man auch mit, sofern Plätze frei sind. Und die hatte es noch jede Menge. Wir sind gespannt, wie das wird. Im völlig geschlossenen Zug sitzen wir im Auto und versuchen die halbe Stunde etwas zu schlafen, denn der Tag ist noch lange nicht zu Ende. Vom Tunnel bekommt man gar nicht viel mit, es entsteht bei uns auch kein beklemmendes Gefühl. Um 18.15h Ortszeit haben wir dann französischen Boden unter dem Auto. Frankreich empfängt uns freundlicherweise mit Abendsonne; klar, dass wir das Dach aufmachen. Martin fährt noch ca. 50 km auf der Autobahn Richtung Reims, wo wir an einer Autobahntankstelle erst mal Rast machen und in Ruhe was essen. Während dessen hält draußen doch tatsächlich ein Fahrer, um unseren Morgan von allen Seiten zu bestaunen und zu fotografieren. Er ist echt schön! Im Gehen kommen wir noch mit einem passionierten Truckerfahrer in ein nettes Gespräch, der schon seit 40 Jahren auf der Piste ist. Glücklich erzählt er uns, dass er noch ein weiteres Jahr fahren darf. Bei uns ist jetzt Fahrerwechsel angesagt; ich möchte mich noch an das neue Auto gewöhnen, bevor es Nacht wird. Und schon nach wenigen Kilometern stelle ich fest: das kann was werden mit meiner Morgan-Freundschaft. Völlig problemlos für mich zu fahren und irgendwie ist heute Abend keiner mehr auf der Autobahn. Mit so wenig Verkehr bin ich schon jahrelang nicht mehr gefahren. Die 500 km durch Frankreich vergehen wie im Flug. Vor Reims wird es Nacht und es regnet heftig (Dach zu). Von der Champagne sehen wir leider nichts und auch von Metz nur Lichter. Autobahn ist größtenteils neu asphaltiert und super zu fahren. Martin schläft eine Weile, während wir Kilometer fressen. Unser Morgan läuft immer besser, optimale Bedingungen zum Einfahren! Kurz vor 2 Uhr (am Sonntagmorgen) sind wir in Strasbourg. Dort verfahren wir uns kurz, da mich das Navi partout über Karlsruhe leiten will, da will ich aber nicht hin. Nach einem weiteren Fahrerwechsel und Karten lesen sind wir wieder auf der Strecke Richtung Schwarzwald. Kaum weg vom Steuer, überkommt mich die Müdigkeit, von der ich während meines Fahrens zum Glück verschont blieb. Zum Glück geht’s bei Martin noch, aber auch für ihn wird das letzte Wegstück doch zäh. Schwarzwald Hochstraße bei Nacht, Freudenstadt ohne Verkehr und nach exakt  1.000 gefahrenen km endlich der erste Ortsteil von Albstadt. Nun noch wenige Kilometer bevor wir in unsere Garage einfahren, Gott sei Dank! Inzwischen ist es wieder 4 Uhr morgens, es waren erlebnisreiche 24 Stunden! Mit dröhnenden Ohren fallen wir ins Bett und trotzdem halten uns die Eindrücke noch eine Weile wach. Aber wir würden es sofort wieder machen, den Morgan in England abholen. Nur sollte unsere Zeitplanung nächstes Mal besser sein, damit ich nicht am Sonntagmorgen am Gottesdienstprogramm beteiligt bin… Auch wenn es eine verrückte Aktion war, es war ein unglaublicher Tag. Und wir haben nun schon ein ganz besonderes Verhältnis zu unserem Morgan. Auch die Vermittlung und Abwicklung von Wolfgang Hauck war und ist absolut empfehlenswert und sehr professionell. Zum Glück regnet es am Sonntagnachmittag und so holen wir noch ein paar Stunden Schlaf nach. Unsere Träume? „Operation England“…

    Christine Taxis

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