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letzter Beitrag 07 Nov 2006 10:50 von  Hermann Müller
Roadster Verbesserung des Fahrverhaltens?
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07 Nov 2006 10:50

    Ich habe mir einen 35-jährigen Traum erfüllt und werde im Frühjahr 2007 meinen Morgan Roadster erhalten.

    Natürlich lese ich bereits alles Mögliche im Internet über Morgan und geniesse die unzähligen Bilder. Ich freue mich auf die ersten Passfahrten und die offensichtlich faszinierende Beschleunigung dieses Wagens.

    Aber wenn ich die heissen Kurvenbilder sehe, bei denen das innere Hinterrad 5 cm oder mehr über das Chassis hinaus schaut oder über das Beschleunigungs- und Bremsverhalten der Aufhängung lese (siehe Testbericht der Automobil-Revue vom 22. September 2004), überlege ich, wie das verbessert werden könnte. Herr Hans-Thilo Grebenstein hat in einem bemerkenswerten Artikel „Technik Under Cover ...“ in der Morgan Post Möglichkeiten beschrieben.

    <!--[if !supportLists]-->-          <!--[endif]-->Anbringen Streben an Vorderradaufhängung

    <!--[if !supportLists]-->-          <!--[endif]-->Montage eines Panhardstabes sowie die Anbringung von Zug- / Druckstreben an der Hinterachsaufhängung

    Was halten sie als langjährige Morgan Fahrer davon? Ihre Meinung Interessiert mich brennend für die eigene Entscheidungsfindung.



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    08 Nov 2006 08:10
    Herzlich willkommen!

    Vorderradabstützung:

    es gibt Morgan-Fachleute (z.B. der amerikanische Morgan-Rennfahrer John Shealy II), die behaupten, der Morgan müsse vorne weich sein, weil dies ein Teil der Federung sei und der rahmen und der Aufbau bereits einen Teil der Energie aufnehmen, bevor die eigentliche Federung aktiv wird. Mit einer Versteifung des Fahrwerks, die übrigend recht einfch durchzuführen ist, kann der Vorderwagen so steif werden, dass es zu Materialschäden kommen kann. Übrigens sind die besten Versteifungen von Mulbery (http://www.mulfab.co.uk/index.html) und Einbau bei Matthias Kreyes, was zum Teil bei Morganhändlern in D angeboten wird, ist nicht so gut.

    Hinterachse:

    hir würde ich unbedingt einen Panhardstab einbauen, um die seitliche Bewegung der Achse zu limitieren (ganz verhindern kannst Du sie nicht. Bei meinem seitlichen Crash diesen Frühlung hat das Differential trotz Panhard die Batterie zerstört!! Dem Panhardstab siehst Du aber nichtsd an!!). Die Schubstreben benötigst Du nur, wenn Du gerne scharze Striche auf den Asphalt zeichnest. Ds machst Du ja nur 2-3 mal und dafür sind die Investition und die Umbauarbeien im und am Fahrzeug doch etwas happig. Wenn Du aber Deinen Morgan rennmässig bewegen willst, dann würde ich die Streben von Matthias einbauen lassen.


    Viel Vergnügen

    Markus

    ex R12266
    jetzt R12391


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    30 Mai 2008 12:16
    Man kann eine Menge verändern! Der Morgan fährt hinterher völlig anders, darüber muß man sich im Klaren sein.

    Das erste sollte die obere Kreuzrahmenabstützung sein, die vor allem verhindert, daß der obere Arm des Kreuzrahmens beim Bremsen federt und dadurch die Räder dabei springen. Der Bremsweg wird dadurch deutlich kürzer, weil der Wagen beim Bremsen nicht mehr die halbe Zeit die Räder in der Luft hat.
    Dazu gehört allerdings auch eine andere Dämpferkennung. Mit verstellbaren Dämpfern hatte ich experimentiert, aber schlechte Erfahrungen gemacht. Die Verstellbarkeit wirkt sich i.d.R. auf Zug- und Druckstufe gleichermaßen aus und genau das ist kontraproduktiv. Die Druckstufe muß wesentlich weicher eingestellt werden, als die Zugstufe.

    Wer will kann sich bei Flaving entsprechende Bilstein-Dämpfer bestellen, die den meinen nachgebaut sind. So bestückt liegt der Vorderwagen wie ein Brett! Springt nicht mehr und man kann schnell gefahrene Kurven bis in den Kurvenscheitel anbremsen. (Wer das mit der Serienversion versucht, fährt gerade aus). Der Wagen geht beim Anbremsen vorne in die Knie und hält die Räder auf der Straße, der Bremsweg ist praktisch von dem eines modernen Wagens nicht zu unterscheiden ( ca. 39m aus 100Km/h).

    Weiterhin sollte man den Sturz der Vorderräder verändern. Etwas mehr negativer Sturz verringert die Untersteuertendenz gehörig, vor allem in Verbindung mit Reifen, die eine rel. weich Gummimischung haben.
    Die Änderung ist einfach: Man muß aus Spezialstahl eine neue untere Motageplatte für den Kingpin anfertigen (lassen), bei der die Bohrung für den Kingpin 5-7mm weiter außen angebracht wird. (Bei mir sind es 5mm). Man kann auch mit dem Reifendruck experimentieren, ist aber nicht so erfolgreich und vor allem Temperaturabhängig in der Auswirkung.

    Der nächste Schritt betrifft die Hinterachse.

    Schubstreben sind da A und O! Schubstreben sind keineswegs dazu da, schwarze Striche zu malen. Vielmehr entlasten sie die damit völlig überforderten Blattfedern von den Radführungsaufgaben und sorgen für Traktion, was gerade die schwarzen Streifen verhindert. Ich empfehle jedem, der mal wissen möchte, was da hinter ihm so vorgeht, einmal den Deckel vom Luggagecompartment abzunehmen und dann so einige Kurven zu fahren und stark zu beschleunigen. Eine Videokamera macht da einen tollen Film! Die fehlenden Schubstreben sind auch verantwortlich für das Hinterachstrampeln beim Beschleunigen und aus Kurven heraus. Das ist mit Streben Geschichte. Beim Beschleunigen schießt der Wagen einfach nach vorn, ohne hinten einzuknicken und ohne mit der Achse zu trampeln.

    Die seitliche Führung der Hinterachse kan man natürlich mit einem Panhardstab machen. Das hat aber den Nachteil, daß das Rad auf der beweglichen Seite bein Einfedern einen Kreisbogen mit dem Radius des Stabes beschreibt. Das führt zu einem schwammigen Fahrgefühl und unpräzisen Mitlenkeigenschaften der Hinterachse. Für Hausfrauenautos ist das tolerabel, aber für einen Sportwagen....?
    Einfacher und besser ist es, rechts und links am Rahmen eine angefertigte Stütze zu befestigen, auf die ein 2cm dicker Teflonklotz geschraubt ist. (Wurde von Th. Grebenstein angeboten) Daran stüzt sich die einfedernde Blattfeder seitlich ab. Folge: keine Radialbewegung, präzise definiertes Verhalten der Hinterachse in allen Federzuständen. Dazu kommen auch hier angepaßte Dämpfer.

    Wer sein Fahrwerk so modifiziert, erkennt sein Auto nicht mehr wieder! Der Morgan liegt plötzlich wie ein Gokart und ist mit einer bisher nicht gekannten Präzision zu bewegen. Außerdem bremst er anständig, auch ohne so modernes Zeugs wie Bremsservos etc.

    Bei Bedarf kann man sich die Modifikationen gerne bei mir mal ansehen und auch eine Runde (mit)drehen.


    CR


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    19 Mai 2010 09:25
    Hallo,

    HTG baut nix mehr, er hat sich zur Ruhe gesetzt und wohnt nun in Berlin.
    Die Abstützungen sind einfach selbst zu bauen. Sie werden auf dem Rahmen über der Hinterachse verschraubt. Position etwa zwischen den Briden. Im Prinzip ist das Ganze nur ein Stahlwinkel mit schräger Abstützung zu Außenseite, an denn zum Federpaket hin ein etwa 2cm dicker Teflonklotz geschraubt wird. Der Abstand vom Teflonklotz zur Feder soltte nicht größer als 5mm und nicht kleiner als 3mm sein. Diese max. 4mm (2mm auf jeder Seite) hat die Achse dann seitliches Spiel. Die Länge des Klotzes und des Stahlwinkels ergibt sich aus dem maximalen Federweg.
    Beim 8-er sind das rund 15cm. Bei Bedarf kann ich dazu eine zeichnung machen. Fotos sind schwierig, weil alles ziemlich eng ist.
    Die Funktion ist nach wie vor super. Ich würde nicht mehr ohne diese Modifikationen fahren. Es ist ein völlig anderes Auto geworden.

    MfG
    C.R.
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